Tired
Only the strong survive.

Es ist wieder einmal schwer, die richtigen Worte für den Anfang eines neuen Blogeintrags zu finden. Viel zu viel ist in Zwischenzeit passiert - nichts Schlimmes, aber irgendwie auch nichts Gutes. Ich fühle mich teilweise so, als würde ich seit Monaten in genau demselben Zustand leben. Brauche ich Veränderung, egal ob negativ oder positiv? Oder kann man tatsächlich monatelang in ein und dem selben Zustand leben? Ich kann nicht einmal genau sagen, ob ich mich gut oder schlecht fühle, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich mich erfüllt fühle. Ich lebe den puren Egoismus. Ich unternehme sachen, die ich will, die mich glücklich machen und nehme keinerlei Rücksicht auf meine Umwelt. Ich schotte mich zum Teil von allem ab, lasse niemanden an mich ran, behalte meine traurigen und hilflosen Momente für mich, ich erledige meine Schulsachen, plane meinen Umzug und meinen neuen Lebensabschnitt.

Kann es tatsächlich sein, dass ein so stark auf Beziehungen, Freundschaft und Familie bezogener Mensch wie ich auf einmal zum totalen Egomanen mutiert? Gut, ich habe natürlich genug Gründe, nicht mehr jedem, den ich neu kennenlerne, so schnell zu vertrauen, aber dennoch braucht man doch Nähe und Freundschaft. 

Es ist natürlich nicht so, dass ich im Moment mit keinem meiner wenigen, wahren Freunde Kontakt hätte, aber das Vertrauen und das Interesse zu manch anderen schwindet von Tag zu Tag. Ich bereue es auch nicht oder fühle mich schlecht. Es kommt sowieso alles so, wie es sein soll und bald bin ich weg und dann werden sich die wahren Freunde zeigen. Ich gebe im Moment nicht mehr so viel darauf. Ich sehe ja, dass ich sogar alleine ziemlich gut zurechtkommen kann, wozu also die Zeit mit Heuchlereien und Hinterfotzigkeiten verschwenden?

Ach ja und die Liebe. Die liebe Liebe. Zu diesem Thema gibt es natürlich immer etwas Neues zu berichten, gut, vielleicht nicht direkt zum Thema Liebe, aber zumindest zum Thema Männer. Natürlich habe ich in der Zwischenzeit wieder einmal jemanden kennengelernt, jemanden, der eigentlich gar nicht so in mein Schema passt. Ist aber vielleicht genau das ein gutes Zeichen? Abwechslung und Risiko? Er ist sehr dominant und weiß, wie er mich zu behandeln hat. Er ist der Erste, der mit mir umgehen kann, der mich in die Schranken weist und mir Grenzen setzt, nicht im Handeln oder im Wesen, aber in meiner vorlauten, frechen Art. Ja, so jemanden habe ich immer gesucht und nie wirklich gefunden. Jeder ließ mir immer das Zepter, jeder ließ sich von mir immer wieder um den Finger wickeln. Ich weiß, dass ich gerne die Oberhand gewinne, aber in einer Beziehung brauche ich jemanden, der damit umgehen kann und mich bremst, der weiß, nein, der davon überzeugt ist, dass ER derjenige ist, der das Sagen hat. Es gefällt mir, dass ich so akzeptiert werde, wie ich bin, aber dennoch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werde. Da kommt dieser jemand auf einmal in mein Leben und zeigt mir die andere, vielleicht sogar bessere, Seite. Ich spreche hier natürlich nicht von Verliebtsein oder gar Liebe, er tut mir einfach gut, auch wenn er 189km von mir entfernt wohnt - und es werden mehr werden Ende August. Ist dieses Thema also auch schon wieder zum scheitern verurteilt? Oder kann es tatsächlich die nächste Stufe, das Verliebtsein, erreichen? Kann es utopischerweise sogar in Liebe enden? Kann ich, als egomane und gleichzeitig tief im Inneren doch Beziehungsmensch, tatsächlich vielleicht eine Fernbziehung führern? Werfe ich gerade alle meine Prinzipien über Bord, nur weil ein neuer Lebensabschnitt beginnt? Oder vielleicht sogar gerade deswegen?

Ich traue mich eigentlich schon gar nicht mehr, so weit voraus zu denken. Ich lasse alles auf mich zukommen und mache mir keinen Stress - an erste Stelle stehe ja immer noch Ich und daran wird sich so schnell nichts ändern.  

18.2.11 15:00


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